Teilgebiete der Bionik

Professor em. Dr. Werner Nachtigall, einer der deutschen Bionik-Pioniere, hat das Gesamtgebiet der Bionik 1991 in elf Teilgebiete gegliedert, die wir Ihnen im folgenden mit je einem Fallbeispiel vorstellen möchten.

Beginnen wollen wir aber zunächst mit einem kleinen historischen Exkurs. Weitere Beispiele hierzu finden Sie unter dem Menü-Punkt "Geschichte der Bionik".

Historisches

Die Entwicklung des Fachgebiets kann man an mehreren Teilaspekten der Biologie und Technik darstellen, beispielsweise anhand der Entwicklung der Maschinenelemente im 19. Jahrhundert oder, besonders gut, am Beispiel des Vogelflugs und der frühen Versuche, mit Schlagflügeln zu fliegen.

So beobachtete und skizzierte Leonardo da Vinci, daß sich beim Abschlag des Vogelflügels die Federn auf Grund ihrer eigentümlichen gegenseitigen Lagerung zu einer spaltfreien Fläche schließen, während sie sich beim Aufschlag auffiedern und Luft durchströmen lassen (Abb. A). Wir würden heute sagen: Das ist eine klassische Beobachtung der Technischen Biologie. Darauf aufbauend schlug er aus Weidenruten und imprägnierten Leinen gefertigte Schlagflächen vor, die sich beim Abschlag analog schließen, beim Aufschlag aber mit Klappen zur Luftdurchströmung öffnen (Abb. B). Die Übertragung einer Naturbeobachtung in den technischen Fertigungsbereich würden wir heute als Bionik bezeichnen. Es spielt keine Rolle, daß dieser Vorschlag einer Flügelbildung technisch noch nicht funktioniert: Es ist einer der ersten klassischen Ansätze, der die typische Denkweise der beiden Disziplinen dokumentiert.