Klimabionik

Passive Lüftung, Kühlung und Heizung sind wesentliche Gesichtspunkte. Das Studium natürlicher Konstruktionen ebenso wie die Analyse sogenannter primitiver Bauten beispielsweise in Zentralamerika und Nordafrika können zu unkonventionellen Anordnungen und Einrichtungen führen. Allein die Idealausrichtung zu Sonne und Wind, Dachformen, Einmischungen in die Erde, ideale Unterkellerung und Luftführung vom kühlen Erdreich in die sommerwarmen Räume, Luftumwälzung nach Art der Termitenbauten mit Gasaustausch unter Verwendung poröser Materialien könnten bis zu 80 % der (elektrischen) Energie zur sommerlichen Kühlung und 40 - 60 % der Energie zur Winterheizung sparen. Symbiontische Integration von Pflanzen in die Wohnlandschaft kann zur Verbesserung des Sauerstoffpartial- drucks und zur Nahrungsversorgung dienen.

Fallbeispiel: Passive Ventilation von Bauten und Häusern. Der Präriehund Cynomys erzeugt unter Nutzung des Bernoulli-Prinzips durch unterschiedliche Gestaltung der Ein- und Ausgänge seines Baus (Abb. A) trotz unterschiedlicher Richtungen des darüberströmenden Windes eine eindeutig gerichtete Luftströmung durch den Bau (Vogel und Bretz 1972). Damit ventiliert er ohne eigenen Energieaufwand sein Wohngebäude. Wie Bahadori (1978) gezeigt hat, nutzt die alte iranische Architektur in ariden Regionen mit Hilfe von Kuppelbauten (Abb. B) und Windtürmen die Windströmung nach ähnlichen Prinzipien. Da die Luft vom Windturm zum Wohngebäude durch unterirdische Gänge geleitet wird, wird die Erdkühle und -feuchtigkeit zur Temperierung und Klimatisierung benutzt.