Neurobionik

Datenanalyse und Informationsverarbeitung unter Benutzung intelligenter Schaltungen befinden sich in einer stürmischen Entwicklung. Insbesondere die Verschaltung von Parallelrechnern und die Entwicklung "Neuronaler Schaltkreise" haben entscheidende Anregungen aus dem Bereich der Neurobiologie und der Biokybernetik bekommen. Da sich dieses Gebiet auch in Bezug auf die biologische Grundlagenforschung rasch weiterentwickelt, ist in den nächsten Jahren mit einer verstärkten Interaktion zum Nutzen beider Disziplinen zu rechnen.

Fallbeispiel: Laterale Inhibition. Im Auge des Molukkenkrebses Limulus wurde bereits in den 50iger Jahren ein Schaltungsmechanismus entdeckt, der die Helligkeitskontraste von Licht-Schatten-Grenzen verstärkt. Dieses Prinzip der "Lateralen Inhibition" (Abb. A, B) findet sich ebenso in Wirbeltieraugen, auch im Menschenauge. Optische Geräte, mit denen etwa die Windabdrift von Flugzeugen gegenüber dem Untergrund gemessen oder die automatische Scharfstellung von Diaprojektoren gewährleistet werden sollen, kamen erst zur Funktionsreife, nachdem dieses biologische Prinzip Übernommen worden war (Rechenberg 1973).